Max Gaedtke besitzt 118 Gegenstände

Max Gaedtke SWR Landesschau
Max Gaedtke (c) SWR Landesschau 2018

„Wer weniger besitzt wird weniger besessen“ zitiert der Extremminimalist Max Gaedtke aus Freiburg Nietzsche in einer Sendung der swr Landesschau Baden-Württemberg.

Wie viele Dinge besitzt Du?

Der Moderator erklärt eingangs, dass die deutsche Person durchschnittlich 10.000 Dinge besäße. Sein Gast Max besitzt 118 Dinge; diese Zahl sei das Resultat einer radikalen Minimalisierungsmaßnahme vor 2,5 Jahren. Der 28-Jährige verschenkte oder verkaufte seine Sachen weil es ihm Spaß machte.

Seinen Besitz auf das Nötigste zu verkleinern ist mE eine interessante Art, sich gut zu fühlen. Manche Menschen haben Spaß an künstlerischen Tätigkeiten, manche am Sammeln von Dingen, manche empfinden nur durch Dritte Freude. Manche kreieren künstlich etwas um sich herum, um sich gut zu fühlen; etwas Materielles, einen Ruf, Prestige oder ein bestimmtes Aussehen.

Etwas aber von sich wegzunehmen und daran Freude zu haben macht Max in meinen Augen zu einem Lebenskünstler, dessen Glück maßgeblich von ihm selbst abhängt.

Unangreifbar Sein

Auf mich wirkt Max beeindruckend innerlich aufgeräumt. Man kann sofort erkennen, dass er sich nicht über Besitz definiert und auch nicht über sein nach eigenen Angaben sehr geringes Einkommen.

Max‘ Eigentum tangiert ihn nicht in seiner Flexibilität oder Selbstdefinition wie es jedoch die typisch deutsche Person mit 10.000 Gegenständen täte.

Er ist darüber dann aber auch nicht (an)greifbar.

Man würde z. B. nicht versuchen, ihn zu bestehlen, denn wer macht sich den Aufwand und bricht in eine WG ein und stiehlt einen von seinen wenigen geringwertigen Besitztümern? Und wenn doch; würde es Max schwer mitnehmen? Wohl kaum…

Selbst wenn Max alles Materielle verlieren würde: Er hat sicher ausgerechnet, wie viel ihn die relativ einfache Neuanschaffung der 118 Gegenstände kosten würde; Wenn er z. B. durch einen Wohnungsbrand alles verlöre, tangierte es ihn sicher weniger als jemanden, der gar nicht genau weiß, was er alles besitzt, weil es so viel ist.

Das Gegenteil von Max Gaedtke: Paris Hilton

Die Millionärin Paris Hilton wurde 2008 Opfer von mehreren Einbruchsdiebstählen in einer ihrer Villen; es kam ihr erst später, dass diese Personen wohl schon vorher eingebrochen sein mussten, weil Hilton auf Grund der Menge ihres Besitzes gar nicht auf dem Schirm haben konnte, was alles an Gegenständen zu ihr gehörte.

Dadurch, dass Max ein Filmteam in seine minimalistische Wohnung lässt, sein geringes Einkommen erwähnt und sich bei einem Eselspaziergang ablichten lässt, macht er sich für den gängigen Einbrecher, Dieb und Neider schon sehr uninteressant. Das minimalisiert wiederum Sorgen. Der Mann ist brilliant.

*Update vom 08.05.2019: Max Gaedtke ist 2014 mit lediglich seinem Rucksack und einem Fahrrad vier Monate in Frankreich unterwegs gewesen.

Tag 78 – Rommè Kartenspiel

An den Tagen 78 und 79 des 365-Tage-Minimalismus-Projektes gingen ein Kartenspiel und eine Schere.

Das Päckchen Karten befindet sich seit bestimmt zehn Jahren in dieser Plastikschachtel und ist gut erhalten. Ich habe früher in der Pause mit einer Mitschülerin öfter Rommé gespielt. Es kam aber seit Jahren nicht mehr zum Einsatz. Bei mir würde es nur rumliegen und Staub sammeln, ich kenne aber jemanden, der sich darüber freut 🙂

Das Bild zeigt ein Rommé Kartenspiel | Kristina Kral Romme Minimalismus 78
#78 Rommé Kartenspiel

Tag 79 – Schere

Die Schere ist noch funktionsfähig, ich habe mich jedoch gefragt, wozu ich zwei brauche. Die Antwort ist natürlich: Ich brauche keine zwei Scheren.

Solche Gedanken macht man sich normalerweise nicht, weil: Wie viel Platz nimmt schon eine kleine Schere weg, die mal eben in einer Schublade verschwinden kann? Wenn man das jetzt aber auf jeden kleinen Gegenstand in seinem Besitz projiziert, könnte man aber theoretisch doppelt so viel Kram besitzen, ohne dass es einen Nutzen für einen hat. Wenn man nicht unbedingt auf ein sofort verfügbares Backup von einem Gegenstand angewiesen ist, macht es mE aber keinen Sinn, ihn aufzubewahren, vor allem bei so niedrigpreisigen Dingen. Das sind gebundene Ressourcen. Also weg mit der Schere.

Das Bild zeigt eine Schere | Kristina Kral Minimalismus 79 Schere
#79 Schere

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.