Gedicht | Goethe: Römische Elegien, 10. Elegie

Statuen von Goethe und Schiller (rechts)
Statuen von Goethe und Schiller (rechts)

 

Von Johann Wolfgang von Goethe, 1749 – 1832.

Römische Elegien

10. Elegie

Alexander und Cäsar und Heinrich und Friedrich, die Großen,
Gäben die Hälfte mir gern ihres erworbenen Ruhms,
Könnt’ ich auf eine Nacht dies Lager jedem vergönnen;
Aber die Armen, sie hält strenge des Orkus Gewalt.
Freue dich also, Lebend’ger der lieberwärmeten Stätte,
Ehe den fliehenden Fuß schauerlich Lethe dir netzt.

„Im Hades gibt es die Liebe nicht, und wer sie im Leben versäumt hat, hat das Wesentliche versäumt. Aller geschichtlicher Ruhm wiegt das Glück einer Liebesnacht nicht auf, und noch der ärmste Liebende wird von den Reichen und Mächtigen darum beneidet.“

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