Gedicht | Häfner: Suchen

Symbolbild: Leben (c) GDJ
Symbolbild: Lieb (c) GDJ

Von Eberhard Häfner.

Suchen

Ist es wahr
dass Schmetterlinge spielen
auch dann, wenn ich übernächtigt, der Tag anhänglich
aus den Spielen platzt, mich fühle im Lied
höre auf meinen Atem
ich lausche auf des Atems Stimme
den Cantus firmus factus

schemenhaft ein Kreis, dessen Lauf verwirbelt
auf ein stilles Wasser zeigt
Spiralen deklinieren eine Primzahl
Körperzellen hellen auf
und schließlich der Anfang endlich
am Wendekreis, über den Atlas gebeugt
die Hesperiden zu hören

es ist wahr
dass die Blätter ihr Grün abfackeln
wenn der wilde Wein reif und zu Kopfe steigt
Strohdächer sich unter Schilf verstecken
als Perückenträger ihr Gebälk nicht entblößen
wer möchte sich die Blöße geben
was offensichtlich

schütter die Haare und es blinkt schon das Knie
und der Mond, in die Bleiche mit ihm
Lunte legen, riechen, Aroma buchstabieren
oh weh, Kopf hat schon Schnee
du sagst dazu ein Wort, das vielleicht
zu viel an Liebenswürdigkeit
mein Suchen vereitelt

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