Jeder Narzisst und jede Narzisstin ist zu aller erst und für immer bemitleidenswert

Spruchbild: Milde Reaktionen | Kristina Kral
Spruchbild: Milde Reaktionen

Recht des Stärkeren.

Des Lauteren. Obwohl wir mittlerweile im Jahr 2020 sind bin ich immer wieder Zeuge von bizarren Situationen, in denen Menschen laut werden, weil sie keine tatsächlichen Argumente haben, die Argumentation aber unbedingt “gewinnen” wollen. Sie wollen die Oberhand haben.

“Gewinnen” tun sie dann auch, wenn man “Gewinnen” mit der Verstummung der anderen Person gleichsetzt. Vor allem NarzisstInnen machen das so und setzen in ihrer kleinen eigenen Welt die Verstummung des Gegenübers mit Kapitulation oder Zustimmung gleich.

Dem ist nicht so.

Natürlich kann Verstummen auch eine Folge davon sein, dass man tatsächlich keine Argumente hat und das realisiert.

Es kann aber auch das Gegenteil der Fall sein, nämlich, wenn man realisiert, dass der oder die Gegenüber unbelehrbar ist, Du sein oder ihr tatsächliches, arglistiges Motiv erkennst oder sich eine verstörende Charakterschwäche offenbart; jedes weitere Wort wäre Ressourcenverschwendung. Jede weitere “Konversation” hätte keinen Sinn.

Im schlimmsten Fall ist der Wutanfall des Gegenübers ein Anzeichen dafür, dass es gefährlich für Dich wird.

Ein gebranntes Kind riecht Rauch bevor es brennt.

Milde Reaktionen und wiederholtes Nachfragen sind ebenfalls keine Kapitulation. Bevor ich realisiert habe, dass ich immer wieder den empathischen Teil einer toxischen Beziehung dargestellt habe und NarzisstInnen anziehe wie Licht die Motten anzieht, habe ich regelmäßig bei Wutanfällen meines Gegenübers ruhig und besonnen nachgefragt.

Dass diese narzisstische Wut nicht Wut im Sinne von Ungeduld über meine angebliche Minderleistung oder mangelnde Fähigkeit ist, den sich so superior gebenden Gegenüber zu verstehen (lol), sondern nichts anderes als infantile, völlig irrationale Angst davor, für sein (Fehl-)Verhalten die Verantwortung übernehmen zu müssen, sich eingestehen zu müssen, dass man falsch liegt, hat sehr lange gedauert.

Manche NarzisstInnen fühlen sich auch durch die bloße Gegenwart und Existenz einer Person, die völlig mit sich im Reinen ist und alles nach bestem Wissen und Gewissen macht, sich regelmäßig selbst reflektiert und TROTZDEM durchs Leben kommt so bedroht, dass sie austicken.

Und das ist dann einfach nur laut.

Laut, verstörend, sinnlos und bemitleidenswert.

Insofern hat auch jeder Narzisst oder jede Narzisstin Mitleid verdient; weil sie im Grunde genommen arme Säue sind, die sich selbst als so geringwertig ansehen, vielleicht sogar hassen, dass sie sich selbst das ganze Lügen und Betrügen und Ausrasten, um sich zu behaupten und anderen überlegen darstellen zu kölnnen, antun. Ihre Ressourcen hauptsächlich dafür verschwenden, dass sie als “toll” erscheinen, anstatt bei Bedarf einfach nur die tatsächliche Leistung für sich sprechen zu lassen, wie es “normale” Menschen machen.

Dieser Aspekt vor der Tatsache, dass negativer, destruktiver Narzissmus bzw. eine narzisstische Persönlichkeit(sstörung) praktisch nicht therapierbar ist, außer wenn sich der oder die Betroffene aktiv selbst um Besserung bemüht, was in der Praxis jedoch quasi nie vorkommt, macht narzisstische Persönlichkeiten in meinen Augen einfach nur zu aller erst und für immer bemitleidenswert.

Den immensen Schaden finanziellen, existenziellen, psychischen und physischen Schaden den Narzisstinnen und Narzissten anrichten habe ich auf dem Schirm. Aber dennoch:

NarzisstInnen verschwenden ihr Leben lang ihr eigenes Potential, entdecken sich quasi nie wirklich selbst und finden gleichzeitig Freude daran, das Potential anderer zu schmälern und zu zerstören.

NarzisstInnen hassen sich selbst und finden Freude daran, ihren Zielen Hass, Verachtung und Geringschätzung entgegen zu bringen.

Sie können gar keine ehrliche Beziehung eingehen und lieben, weil sie sich selbst so hassen und verachten.

Ihnen ist Status und Anerkennung so wichtig, dass sie ihre Opfer gezielt isolieren und versuchen, deren Ruf zu zerstören.

Sie unterdrücken quasi das Bewusstsein darüber, dass sie praktisch das sind, was sie vorgeben, zu hassen.

Narzissten und Narzisstinnen sind im Grunde genommen also ganz, ganz armselige Existenzen und zu aller erst und für immer in jeder Hinsicht bemitleidenswert.

Und auf der Ebene begegnen wir uns heute.

Milde Reaktionen sind nicht automatisch ein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil können sie Ausdruck dafür sein, dass Du emotional sehr kontrolliert und wohlwollend gegenüber anderen bist. Ruhig, kontrolliert und wohlwollend sein ist heutzutage Stärke. Nicht laut, manipulativ und gewalttätig zu sein.

Nicht in dieser Welt.

Nicht in Zeiten von grundrechtlich verbürgten Gleichheitsrechten.

Nicht mehr nach der Steinzeit.

Fred Flintstone
Symbolbild Steinzeit: Fred Flintstone

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