Mehrwertsteuer in Großbritannien

Kristina Kral Steuer Großbritannien StevePB Pixabay
Symbolbild: Steuer in Großbritannien

 

Informationen zur Umsatzsteuer in Großbritannien.

Value added tax (VAT)

-> Dies ist ein genehmigter Textauszug des Artikels auf die-mehrwertsteuer.de

Oft einfach als Großbritannien – oder gar England – bezeichnet, heißt der Inselstaat offiziell “Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland”. England bildet zusammen mit den Regionen Wales und Schottland das eigentliche Großbritannien, zum Staat gehört aber auch noch die Region Nordirland.

Mit ca. 240.000 km² und etwa 62 Millionen Einwohnern hat das Vereinigte Königreich zwar keine “Weltmachtgröße”, allerdings unterliegen auch heute noch zahlreiche Kolonien und sogar unabhängige Länder wie Australien und Kanada der englischen Krone, und lassen erahnen, welche Größe und Einfluss das englische Königshaus einst hatte. Die Monarchie spielt im tatsächlichen Regierungsgeschäft allerdings keine große Rolle mehr. Der Premierminister stellt zusammen mit dem gewählten Parlament die eigentliche Staatsmacht. Das Königshaus hat vor allem repräsentative Verpflichtungen.

Großbritannien liegt nordöstlich von Frankreich und ist durch den sogenannten Eurotunnel, der unter dem Ärmelkanal erbaut wurde, mit dem Festland verbunden. Die gewisse Isolation als Insel, ist wohl auch der Grund, warum Großbritannien zwar seit 1973 zur Europäischen Gemeinschaft gehört, aber trotzdem in vielen Bereichen Sonderstellungen einnimmt. Wirtschaftlich ist das Land sehr stark. So liegt das BIP nach Deutschland und Frankreich an drittgrößter Stelle innerhalb der EU und weltweit an sechster Stelle.

Die Umsatzsteuer – in der Landessprache “Value added tax” kurz VAT genannt – wurde in Großbritannien bereits 1973 mit einem Satz von 10% eingeführt. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Veränderungen beschlossen. Seit der letzte Anhebung im Jahr 2011 gilt ein Normalsatz von 20% und ein ermäßigter Steuersatz von 5%.

  • Der ermäßigte Steuersatz findet beispielsweise Anwendung bei:
    • sozialen Wohnungsbau,
    • Erdgas
    • Elektrizität
    • Heizöl
  • Dem Nullsatz unterliegen zum Beispiel
    • die meisten Nahrungsmittel
    • Arzneimittel
    • medizinische Geräte
    • Personenbeförderung
    • Bücher, Zeitungen Zeitschriften
    • Kinderbekleidung

Zur Anmeldung der Umsatzsteuer ist in Großbritannien jeder Unternehmer verpflichtet, der einen Jahresumsatz von 87.100 Euro (* im Jahr 2018 85.000,00 Pfund, ca. 97.000,00 Euro) übersteigt. Darunter gilt die sogenannten Kleinunternehmerregelung, von der sich allerdings Firmen auf Antrag befreien lassen können.

Obwohl Großbritannien schon seit dem 19. Jahrhundert stark industrialisiert ist und durch den Commonwealth und später die EU wichtige Bündnisse geschlossen hat, die den Export ständig anwachsen ließen, konnte auch in den letzten zehn Jahren eine erhebliche Zunahme des Exportvolumens beobachtet werden. Trotzdem liegt seit Jahren ein ständig steigendes Defizit in der Außenhandelsbilanz vor, das vor allem auf den hohen Importbedarf, zurückzuführen auf die Inselsituation, begründet ist. Haupthandelspartner sind neben der USA auch Deutschland, die NiederlandeFrankreich und Irland.

Exporte in Drittländer wie die USA sind in Großbritannien von der Umsatzsteuer befreit. Für die innergemeinschaftlichen Handelsbeziehungen benötigt man die VAT Registration Number” – oder kurz VAT Reg No”. Dabei handelt es sich um eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die zusammengesetzt wird aus dem Landeskennzeichen “GB” und unterschiedlichen Zahlen- bzw. Zeichenblocks.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.