Mitgefühl

Kristina Kral #174 Vokabelkarten, Karteikasten, alter Kulturbeutel
#174 Vokabelkarten, Karteikasten, alter Kulturbeutel

 

An Tag 174 des 365-Tage-Minimalismus-Projektes geht ein Stapel Vokabelkarten, ein Karteikasten und ein Kulturbeutel.

Minimalismus – Tag 174

Der Kulturbeutel wurde schon so oft gewaschen, dass die innere synthetische Beschichtung abblätterte; das war dann immer super, wenn man das dann an den Sachen oder Händen hat.

Bei den Vokabelkarten und dem Karteikästchen war die Entscheidung schon schwieriger, beides wegzugeben. Der Karteikasten war älter und das Plastik teilweise schon verfärbt und die Vokabelkarten waren noch teilweise von 2013. Damals habe ich das erste Mal ehrenamtlich bei Therapien und Arztterminen gedolmetscht und vor solchen Tagen hatte ich sehr großen Respekt und habe mich wochenlang sehr intensiv darauf vorbereitet.

Leider war ich teilweise unprofessionell; bei einer Gesprächstherapie war der Patient und der Therapeut sehr gefasst und ich – die Dolmetscherin, also die Person, um die es eben NICHT geht – kämpfte immer wieder mit den Tränen. 🤦‍♀️

Kristina Kral #174 Vokabelkarten, Karteikasten, alter Kulturbeutel
#174 Vokabelkarten, Karteikasten, alter Kulturbeutel

Mitgefühl

Ich wünsche mir manchmal, kein Mitgefühl zu haben. Ich bin zwar immer wieder geschockt darüber, dass es Menschen gibt, die kein Mitgefühl haben und die den Faktor “Mitmenschen” in ihren Entscheidungsfindungen und Zielsetzungen komplett außen vor lassen können; aber, wenn ich kein Mitgefühl hätte, dann hätte ich ja entweder eben nicht das Bewusstsein dafür, dass es falsch ist, unsozial zu sein, ODER, es wäre mir egal. Ich wäre dann auch unsozialen Mitmenschen nicht mitfühlend gegenüber, also ihnen auch nicht bewusst, energieraubend und manchmal absolut vergebens fair, verständnisvoll und wohlwollend gegenüber, obwohl sie es gar nicht verdienen.

Das Leben wäre dann so viel einfacher.

Empathie

Em·pa·thie
/Empathié/

Substantiv, feminin [die]

PSYCHOLOGIE
Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen

Man kann dann aber wieder argumentieren, dass manche unsoziale Menschen ja bestimmt auch mal sozial waren, und sie vielleicht das Leben nur dazu gemacht hat und, dass man ja gerade diesen Menschen gegenüber freundlich und verständnisvoll sein sollte, weil diese Menschen so vielleicht sehen, dass das auch in schwierigen Situationen gehen kann und vielleicht…

Das ist dann eine Endlosargumentation mit seinem inneren Selbst. Aber, wie bereits geschrieben; sie wäre gar nicht da, wenn man eben gar kein Mitgefühl hätte. Weiters bin ich schon vor Längerem zu dem Bewusstsein darüber gekommen, dass eine Situation bzw Beziehung zwischen einer theoretisch ewig geduldigen, verständnisvollen und wohlwollenden Persönlichkeit mit einer [vorsätzlich] niederträchtigen, bösartigen und egoistischen Person immer toxisch und oft Ressourcenverschwendung ist.

Das Endergebnis solcher Überlegungen ist für mich als empathische Person immer öfter, dass es besser wäre, nicht empathisch zu sein. Aber man kann nicht alles haben…

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